Das Makro-Lasersintern hat sich in den letzten Jahren als kostengünstige Alternative zum klassischen selektiven Lasersintern (SLS) etabliert und findet zunehmend Anwendung in der Automobilindustrie. Als spezialisierter 3D-Druck-Dienstleister bieten wir Ihnen professionelle Makro-Lasersintern-Lösungen für Prototypen, Kleinserien und Ersatzteile. Diese Technologie ermöglicht die wirtschaftliche Fertigung größerer Bauteile mit etwas gröberen Strukturen bei deutlich reduzierten Kosten pro Teil – ideal für funktionale Komponenten im Automobilbereich, die nicht die höchste Oberflächenqualität benötigen.
Was ist Makro-Lasersintern und wie funktioniert es?
Makro-Lasersintern ist eine Weiterentwicklung des selektiven Lasersinter-Verfahrens (SLS), bei der bewusst größere Pulverpartikel und angepasste Prozessparameter verwendet werden. Der grundlegende Prozess bleibt gleich: Ein Laser verschmilzt pulverförmiges Material schichtweise zu dreidimensionalen Bauteilen. Der entscheidende Unterschied liegt in der Partikelgröße des verwendeten Pulvers, die beim Makro-Lasersintern zwischen 100 und 300 Mikrometern liegt – etwa dreimal größer als beim konventionellen SLS-Verfahren.
Diese größeren Partikel ermöglichen schnellere Bauprozesse und reduzieren die Materialkosten erheblich. Während ein klassisches SLS-System mit Schichthöhen von 0,1 bis 0,15 mm arbeitet, nutzt das Makro-Lasersintern Schichtstärken von 0,2 bis 0,3 mm. Die Baugeschwindigkeit erhöht sich dadurch um 40 bis 60 Prozent, was die Produktionskosten deutlich senkt.
Technische Grundlagen des Makro-Lasersinterns
Das Verfahren arbeitet typischerweise mit CO2-Lasern oder Faserlasern im Leistungsbereich von 30 bis 100 Watt. Die Bautemperatur liegt je nach Material zwischen 160 und 180°C. Die größeren Partikel erfordern eine angepasste Laserleistung und Scangeschwindigkeit, um eine zuverlässige Verschmelzung zu gewährleisten.
Materialien für das Makro-Lasersintern in der Automobilindustrie
In der Automobilindustrie kommen verschiedene thermoplastische Pulvermaterialien zum Einsatz, die jeweils spezifische Eigenschaften für unterschiedliche Anwendungen bieten:
Polyamid 12 (PA12) – Der Allrounder
PA12 ist das am häufigsten verwendete Material im Makro-Lasersintern für Automobilanwendungen. Es bietet eine ausgezeichnete Balance zwischen mechanischen Eigenschaften, chemischer Beständigkeit und Wirtschaftlichkeit. Die Zugfestigkeit liegt bei 45-50 MPa, die Bruchdehnung bei 15-20 Prozent. PA12-Bauteile weisen gute Temperaturbeständigkeit bis 120°C auf und sind resistent gegen Öle, Fette und viele Chemikalien.
Polypropylen (PP) – Für Elastizität
PP-Pulver ermöglicht die Herstellung flexiblerer Komponenten mit erhöhter Schlagzähigkeit. Mit einer Bruchdehnung von bis zu 50 Prozent eignet sich dieses Material besonders für Bauteile, die Bewegungen oder Vibrationen ausgesetzt sind. Die Zugfestigkeit liegt bei 30-35 MPa.
Glasfaserverstärktes Polyamid (PA-GF)
Für Anwendungen mit höheren mechanischen Anforderungen bietet glasfaserverstärktes PA12 mit 10-30 Prozent Glasfaseranteil deutlich erhöhte Steifigkeit und Festigkeit. Die Zugfestigkeit steigt auf 60-75 MPa, während die Wärmeformbeständigkeit bis 150°C reicht.
| Material | Zugfestigkeit | Bruchdehnung | Temperaturbeständigkeit | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| PA12 | 45-50 MPa | 15-20% | 120°C | Gehäuse, Halterungen |
| PA12-GF | 60-75 MPa | 5-8% | 150°C | Strukturteile, Befestigungen |
| PP | 30-35 MPa | 40-50% | 100°C | Flexible Komponenten |
| TPU | 25-30 MPa | 300-500% | 90°C | Dichtungen, Stoßdämpfer |
Vorteile des Makro-Lasersinterns für Automobilhersteller
Kosteneffizienz
Bis zu 40% geringere Materialkosten durch größere Partikel und 50-60% schnellere Bauzeiten reduzieren die Stückkosten erheblich. Besonders bei Kleinserien von 10-500 Stück wirtschaftlich vorteilhaft.
Designfreiheit
Komplexe Geometrien ohne Werkzeugkosten realisierbar. Hinterschneidungen, innenliegende Kanäle und organische Formen lassen sich ohne Konstruktionseinschränkungen umsetzen.
Schnelle Iteration
Von der CAD-Datei zum fertigen Bauteil in 2-5 Tagen. Konstruktionsänderungen können binnen Stunden umgesetzt werden, ohne neue Werkzeuge fertigen zu müssen.
Funktionsintegration
Mehrere Einzelteile können zu einer Baugruppe konsolidiert werden. Montageaufwand und Fehlerquellen werden reduziert, Gewicht eingespart.
Materialeffizienz
Bis zu 95% des nicht verschmolzenen Pulvers kann wiederverwendet werden. Abfall wird minimiert, Ressourcen geschont.
Werkzeuglose Fertigung
Keine Investitionen in Spritzgusswerkzeuge nötig. Bei Kleinserien Einsparungen von 15.000 bis 50.000 Euro pro Bauteil möglich.
Vergleich: Makro-Lasersintern vs. Konventionelles SLS
Makro-Lasersintern
- Schichtstärke: 0,2-0,3 mm
- Partikelgröße: 100-300 µm
- Oberflächenrauheit: Ra 15-25 µm
- Baugeschwindigkeit: 15-20 mm/h
- Kosten pro Teil: 30-50 €
- Ideale Losgröße: 10-500 Stück
- Anwendung: Funktionsteile, Betriebsmittel
Konventionelles SLS
- Schichtstärke: 0,1-0,15 mm
- Partikelgröße: 30-60 µm
- Oberflächenrauheit: Ra 6-10 µm
- Baugeschwindigkeit: 8-12 mm/h
- Kosten pro Teil: 60-100 €
- Ideale Losgröße: 1-100 Stück
- Anwendung: Prototypen, Präzisionsteile
Anwendungen in der Automobilindustrie
Die Automobilbranche nutzt Makro-Lasersintern in vielfältigen Bereichen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Von der Entwicklung über die Produktion bis zum After-Sales-Service bietet diese Technologie erhebliche Vorteile.
Prototyping und Entwicklung
In der Entwicklungsphase ermöglicht Makro-Lasersintern schnelle Iterationen von Designvarianten. Funktionsprototypen können innerhalb von 3-5 Tagen gefertigt werden, während traditionelle Fertigungsverfahren 4-8 Wochen benötigen würden. Die Bauteile sind voll funktionsfähig und können realistischen Tests unterzogen werden, einschließlich:
- Einbautests im Fahrzeug
- Klimaprüfungen von -40°C bis +120°C
- Vibrationstests nach Automobilnormen
- Medienbeständigkeitstests gegen Öle und Kraftstoffe
- Mechanische Belastungstests
Kleinserienproduktion
Für limitierte Fahrzeugmodelle, Sonderausstattungen oder Premiumvarianten ist die werkzeuglose Fertigung mittels Makro-Lasersintern ideal. Produktionsmengen zwischen 50 und 5.000 Einheiten können wirtschaftlich dargestellt werden. Typische Kleinserienanwendungen umfassen:
Innenraumkomponenten
Blenden, Abdeckungen, Verkleidungselemente für limitierte Modelle oder Individualisierungen. Gewichtsersparnis von bis zu 30% gegenüber konventionellen Lösungen durch optimierte Strukturen.
Luftführungssysteme
Kanäle, Düsen und Verteiler für Heizung, Lüftung und Klimatisierung. Komplexe innenliegende Geometrien verbessern die Strömungseffizienz um 15-25%.
Befestigungselemente
Halterungen, Clips und Brackets für verschiedene Fahrzeugsubsysteme. Funktionsintegration reduziert Teilezahl und Montageaufwand deutlich.
Abdeckungen und Gehäuse
Schutzgehäuse für Elektronik, Sensoren und Kamerasysteme. Perfekte Anpassung an Bauraum und Integration von Funktionselementen wie Dichtflächen oder Snap-Fits.
Ersatzteilversorgung
Ein besonders zukunftsträchtiger Bereich ist die Fertigung von Ersatzteilen für ältere Fahrzeugmodelle. Statt große Lagerbestände vorzuhalten, können Ersatzteile bei Bedarf gefertigt werden. Dies bietet mehrere Vorteile:
- Keine Lagerhaltungskosten für langsam drehende Teile
- Verfügbarkeit auch für ausgelaufene Modelle
- Lieferung innerhalb von 3-5 Werktagen
- Keine Mindestbestellmengen erforderlich
- Digitale Ersatzteilbibliothek statt physischer Lager
Praxisbeispiel: Luftführungskanal für Premium-SUV
Ein deutscher Premiumhersteller benötigte für ein Sondermodell mit geplanter Auflage von 250 Einheiten spezielle Luftführungskanäle im Innenraum. Die konventionelle Fertigung hätte Werkzeugkosten von 35.000 Euro plus Stückkosten von 18 Euro erfordert – Gesamtkosten: 39.500 Euro. Mit Makro-Lasersintern konnten die Teile zu Stückkosten von 42 Euro ohne Werkzeugkosten gefertigt werden – Gesamtkosten: 10.500 Euro. Zusätzlich wurde die Markteinführung um 6 Wochen beschleunigt.
Betriebsmittel und Produktionshilfen
In der Fahrzeugproduktion werden zahlreiche kundenspezifische Vorrichtungen, Lehren und Werkzeuge benötigt. Makro-Lasersintern ermöglicht deren schnelle und kostengünstige Herstellung:
Montagevorrichtungen
Halterungen und Positionierhilfen für die Endmontage können innerhalb von 2-3 Tagen bereitgestellt werden. Anpassungen an geänderte Produktionsabläufe sind ohne Verzögerung möglich. Die Stückkosten liegen bei 50-200 Euro je nach Größe und Komplexität.
Prüflehren
Mess- und Prüfvorrichtungen für die Qualitätssicherung können geometrisch komplex gestaltet werden. Mehrere Prüfpunkte lassen sich in einer Lehre integrieren. Toleranzen von ±0,3 mm sind mit Nachbearbeitung erreichbar.
Greifer und Handhabungswerkzeuge
Robotergreifer und Handhabungshilfen können optimal an die zu bewegenden Bauteile angepasst werden. Leichtbaustrukturen reduzieren die Massenträgheit und ermöglichen schnellere Taktzeiten.
Prozessablauf beim Makro-Lasersintern als Dienstleistung
Datenanfrage
Übermittlung Ihrer CAD-Daten (STEP, IGES, STL) oder technischen Zeichnungen
Analyse & Beratung
Prüfung der Konstruktion, Materialberatung und Optimierungsvorschläge innerhalb von 24 Stunden
Angebot
Detailliertes Angebot mit Stückpreisen, Staffelpreisen und Lieferzeit
Produktionsvorbereitung
Datenaufbereitung, Bauteilorientierung und Baujobplanung
Fertigung
Lasersintern im Pulverbett, typische Bauzeit 12-48 Stunden je nach Bauteilhöhe
Nachbearbeitung
Entpulverung, optionale Oberflächenbehandlung, Qualitätsprüfung
Versand
Verpackung und Lieferung, Lieferzeit gesamt 3-7 Werktage
Qualitätsmanagement und Zertifizierungen
Für die Automobilindustrie sind strenge Qualitätsstandards unerlässlich. Professionelle Dienstleister für Makro-Lasersintern arbeiten nach etablierten Qualitätsmanagementsystemen:
ISO 9001:2015 Zertifizierung
Die Basis für dokumentierte Prozesse und kontinuierliche Verbesserung. Alle Fertigungsschritte werden protokolliert und nachvollziehbar dokumentiert.
IATF 16949 für Automobilzulieferer
Spezialisierte Dienstleister erfüllen die automobilspezifischen Anforderungen dieser Norm, die Rückverfolgbarkeit, PPAP-Dokumentation und FMEA-Methodik vorschreibt.
Prüfmethoden und Qualitätskontrolle
- Dimensionsprüfung mittels 3D-Scanning (Genauigkeit ±0,1 mm)
- Oberflächenrauheitsmessung nach DIN EN ISO 4287
- Dichtigkeitsprüfung bei bis zu 6 bar für Fluidführende Bauteile
- Materialprüfung nach ISO 527 (Zugversuch)
- Chargenrückverfolgbarkeit über eindeutige Identifikationsnummern
Konstruktionsrichtlinien für das Makro-Lasersintern
Um optimale Ergebnisse zu erzielen, sollten einige designspezifische Empfehlungen beachtet werden:
Wandstärken
Minimale Wandstärke: 1,5 mm für selbsttragende Strukturen. Empfohlene Wandstärke für mechanisch belastete Bereiche: 2,5-3,5 mm. Zu dünne Wände können beim Entpulvern beschädigt werden oder unzureichende Festigkeit aufweisen.
Bohrungen und Öffnungen
Minimaler Durchmesser für Durchgangsbohrungen: 2,5 mm. Bei horizontalen Bohrungen ist mit Stützstrukturen aus Pulver zu rechnen, die mechanisch entfernt werden müssen. Vertikale Bohrungen sind vorzuziehen.
Auflösbare Stützstrukturen
Im Gegensatz zu FDM oder SLA benötigt das Lasersintern keine zusätzlichen Stützstrukturen – das umgebende Pulver stützt das Bauteil während des Bauprozesses. Allerdings müssen alle Hohlräume zugänglich sein, um das nicht verschmolzene Pulver entfernen zu können.
Toleranzen
Beim Makro-Lasersintern sind folgende Toleranzen realistisch:
- Dimensionstoleranz: ±0,3% (mindestens ±0,3 mm)
- Bei Bauteilen >100 mm: ±0,5 mm
- Mit Nachbearbeitung: ±0,15 mm erreichbar
- Ebenheitstoleranz großer Flächen: ±0,5 mm pro 100 mm
Oberflächenqualität
Die typische Oberflächenrauheit liegt bei Ra 15-25 µm. Für Anwendungen, die glattere Oberflächen erfordern, stehen verschiedene Nachbearbeitungsverfahren zur Verfügung:
Strahlen
Reduziert die Rauheit auf Ra 8-12 µm und verbessert die optische Erscheinung. Gleichzeitig werden lose Pulverpartikel entfernt.
Schleifen und Polieren
Für funktionskritische Flächen können Oberflächengüten bis Ra 3 µm erreicht werden. Allerdings ist dies mit erheblichem Mehraufwand verbunden.
Beschichtungen
Lackierung, Pulverbeschichtung oder Auftragen funktionaler Beschichtungen ist möglich. Dies verbessert zudem die UV- und Chemikalienbeständigkeit.
Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
Die Entscheidung für Makro-Lasersintern sollte auf einer fundierten Wirtschaftlichkeitsanalyse basieren. Dabei sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen:
Break-Even-Analyse: 3D-Druck vs. Spritzguss
Bei einer typischen Automobilkomponente mit folgenden Parametern:
- Bauteilvolumen: 150 cm³
- Material: PA12
- Komplexität: mittelhoch
Ergeben sich folgende Kostenpunkte:
| Kostenfaktor | Spritzguss | Makro-Lasersintern |
|---|---|---|
| Werkzeugkosten | 25.000 – 45.000 € | 0 € |
| Entwicklungszeit | 8-12 Wochen | 1-2 Wochen |
| Stückkosten bei 100 Stück | 12 € + Werkzeuganteil | 45 € |
| Stückkosten bei 500 Stück | 8 € + Werkzeuganteil | 42 € |
| Stückkosten bei 2.000 Stück | 6 € + Werkzeuganteil | 38 € |
Der Break-Even-Punkt liegt typischerweise zwischen 800 und 1.500 Stück, abhängig von der Bauteilkomplexität und den Werkzeugkosten. Für Losgrößen darunter ist Makro-Lasersintern wirtschaftlich vorteilhaft.
Versteckte Kostenvorteile
Neben den direkten Fertigungskosten bietet Makro-Lasersintern weitere wirtschaftliche Vorteile:
Kapitalbindung
Keine Lagerhaltung großer Stückzahlen erforderlich. Produktion nach Bedarf reduziert gebundenes Kapital um bis zu 70%.
Obsoleszenzrisiko
Bei Designänderungen fallen keine Werkzeugkosten für Anpassungen an. Digitale Daten können jederzeit aktualisiert werden.
Time-to-Market
8-10 Wochen schnellere Markteinführung kann in kompetitiven Märkten entscheidende Umsatzvorteile bringen.
Nachhaltigkeit und Umweltaspekte
Nachhaltigkeit wird in der Automobilindustrie zunehmend wichtiger. Makro-Lasersintern bietet hier mehrere Vorteile gegenüber traditionellen Fertigungsverfahren:
Materialeffizienz
Während beim Fräsen bis zu 90% des Materials als Späne anfallen, liegt die Materialausbeute beim Lasersintern bei über 95%. Nicht verschmolzenes Pulver kann zu 85-95% wiederverwendet werden, wenn es mit 15-30% neuem Pulver aufgefrischt wird.
Energieverbrauch
Der Energieverbrauch pro Bauteil liegt bei 2-5 kWh, abhängig von Größe und Material. Moderne Anlagen nutzen LED-Beleuchtung und hocheffiziente Heizsysteme. Im Vergleich zur Werkzeugherstellung für Spritzguss plus Produktionsenergie ergibt sich bei Kleinserien ein deutlich geringerer CO2-Fußabdruck.
Lokale Produktion
Durch dezentrale Fertigung bei regionalen Dienstleistern reduzieren sich Transportwege und damit verbundene Emissionen. Die digitale Übermittlung von Konstruktionsdaten ersetzt physische Prototypenlieferungen.
Zukunftsperspektiven
Die Technologie des Makro-Lasersinterns entwickelt sich kontinuierlich weiter. Mehrere Trends zeichnen sich ab:
Neue Materialien
Hersteller entwickeln zunehmend Hochleistungspolymere speziell für das Makro-Lasersintern. Materialien mit erhöhter Temperaturbeständigkeit bis 180°C, flammhemmende Varianten nach UN ECE R118 sowie biobasierte Kunststoffe befinden sich in der Entwicklung oder Markteinführung.
Prozessautomatisierung
Automatisierte Systeme für Pulverhandhabung, Entpulverung und Nachbearbeitung reduzieren manuelle Arbeit und damit Kosten. Die Integration in MES-Systeme ermöglicht nahtlose Einbindung in Produktionsumgebungen.
Qualifizierung für Serienfertigung
Erste Automobilhersteller qualifizieren Makro-Lasersintern für Serienanwendungen mit Stückzahlen bis 10.000 Einheiten pro Jahr. Besonders bei Premiumfahrzeugen und Sondermodellen wird dies zunehmend relevant.
Integration in digitale Lieferketten
Die Kopplung von Ersatzteilbestellung, automatischer Datenvorbereitung und Produktion ermöglicht vollautomatische Prozesse. Kunden können in Zukunft direkt über Portale bestellen, die Fertigung startet automatisch.
Unser Dienstleistungsangebot
Als spezialisierter Dienstleister für Makro-Lasersintern bieten wir der Automobilindustrie umfassende Lösungen:
Leistungsspektrum
- Konstruktionsberatung und Design-for-Additive-Manufacturing
- Materialberatung und -auswahl für Ihre spezifische Anwendung
- Prototypenfertigung mit Express-Service (48 Stunden)
- Kleinserien von 1 bis 5.000 Stück
- Ersatzteilfertigung mit digitaler Teilebibliothek
- Betriebsmittelfertigung für Ihre Produktion
- Nachbearbeitungsservices (Strahlen, Beschichten, Montage)
- Qualitätsprüfung nach Automobilstandards
- PPAP-Dokumentation für Serienprojekte
Ihre Vorteile bei uns
Technische Expertise
Über 10 Jahre Erfahrung in der additiven Fertigung für die Automobilindustrie. Unser Engineeringteam unterstützt Sie bei der Optimierung Ihrer Bauteile.
Moderne Anlagentechnik
Mehrere industrielle Lasersintersysteme mit Bauräumen bis 550 x 550 x 750 mm ermöglichen auch große Komponenten und hohe Kapazitäten.
Materialvielfalt
Breites Spektrum qualifizierter Materialien auf Lager. Schnelle Beschaffung von Spezialmaterialien bei Bedarf.
Qualitätsgarantie
ISO 9001 zertifiziert, dokumentierte Prozesse und lückenlose Rückverfolgbarkeit. Qualitätsprüfung nach Ihren Vorgaben.
Jetzt Angebot anfordern
Übermitteln Sie uns Ihre CAD-Daten oder technischen Anforderungen. Innerhalb von 24 Stunden erhalten Sie ein detailliertes Angebot mit Stückpreisen, Staffelpreisen und realistischer Lieferzeit. Unsere Experten beraten Sie gerne zu Konstruktionsoptimierungen und Materialalternativen, um das optimale Ergebnis für Ihre Anwendung zu erreichen.
Häufig gestellte Fragen
Im Folgenden beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Makro-Lasersintern für Automobilanwendungen:
Welche Losgröße ist wirtschaftlich sinnvoll?
Makro-Lasersintern ist besonders wirtschaftlich für Losgrößen zwischen 1 und 1.500 Stück. Bei höheren Stückzahlen sollte eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnung im Vergleich zum Spritzguss durchgeführt werden. Faktoren wie Bauteilkomplexität, Werkzeugkosten und Time-to-Market-Anforderungen beeinflussen den Break-Even-Punkt erheblich.
Wie lange sind gesinterte Bauteile haltbar?
PA12-Bauteile aus dem Lasersintern sind bei sachgerechter Lagerung (trocken, dunkel, Raumtemperatur) über 10 Jahre verwendbar. Die mechanischen Eigenschaften bleiben stabil. UV-Licht kann die Oberfläche langfristig angreifen, weshalb für Außenanwendungen Beschichtungen empfohlen werden.
Können tragende Strukturen gefertigt werden?
Ja, die mechanischen Eigenschaften von PA12 und besonders glasfaserverstärktem PA12 ermöglichen tragende Strukturen. Zugfestigkeiten bis 75 MPa sind erreichbar. Für sicherheitskritische Anwendungen sind umfassende Tests und Validierungen erforderlich. Wir unterstützen Sie bei der Auslegung und Prüfung.
Ist eine Oberflächenbehandlung notwendig?
Dies hängt von der Anwendung ab. Für technische Funktionsteile ist die native Oberfläche meist ausreichend. Für sichtbare Komponenten oder bei speziellen Anforderungen (UV-Schutz, chemische Beständigkeit, Optik) empfehlen sich Nachbehandlungen wie Strahlen, Lackieren oder Beschichten.
Wie erfolgt die Qualitätssicherung?
Jedes Bauteil wird visuell geprüft. Auf Wunsch führen wir dimensionale Messungen mittels 3D-Scan oder taktiler Messtechnik durch. Für Serienprojekte erstellen wir PPAP-Dokumentation inklusive Bemusterung, Prozess-FMEA und Prüfplanung. Materialzertifikate werden für jede Charge bereitgestellt.
Welche Stückzahlen sind beim Makro-Lasersintern für Automobilteile wirtschaftlich?
Makro-Lasersintern ist besonders wirtschaftlich für Kleinserien zwischen 10 und 1.500 Stück. Der Break-Even-Punkt gegenüber Spritzguss liegt typischerweise bei 800-1.500 Einheiten, abhängig von der Bauteilkomplexität und den Werkzeugkosten. Bei geringeren Stückzahlen bietet das Verfahren erhebliche Kostenvorteile durch wegfallende Werkzeugkosten und schnellere Markteinführung.
Welche Materialien eignen sich für Automobilanwendungen beim Makro-Lasersintern?
Die gängigsten Materialien sind Polyamid 12 (PA12) mit Zugfestigkeiten von 45-50 MPa und Temperaturbeständigkeit bis 120°C, glasfaserverstärktes PA12 für erhöhte Festigkeit bis 75 MPa, Polypropylen (PP) für flexible Anwendungen sowie TPU für hochelastische Komponenten. Alle Materialien sind chemikalienbeständig gegen Öle, Fette und gängige Fahrzeugmedien.
Wie schnell können Automobilteile per Makro-Lasersintern gefertigt werden?
Von der Datenanfrage bis zum versandfertigen Bauteil vergehen typischerweise 3-7 Werktage. Express-Fertigung ist in 48 Stunden möglich. Die reine Bauzeit im Lasersinter-System beträgt 12-48 Stunden je nach Bauteilhöhe, hinzu kommen Abkühlzeit, Entpulverung und optionale Nachbearbeitung. Dies ist deutlich schneller als konventionelle Verfahren mit 4-12 Wochen Vorlaufzeit für Werkzeuge.
Welche Toleranzen sind beim Makro-Lasersintern für Automobilteile realisierbar?
Standard-Dimensionstoleranzen liegen bei ±0,3% (mindestens ±0,3 mm). Bei größeren Bauteilen über 100 mm sollte mit ±0,5 mm kalkuliert werden. Durch mechanische Nachbearbeitung sind Toleranzen bis ±0,15 mm erreichbar. Die Oberflächenrauheit beträgt typischerweise Ra 15-25 µm, kann aber durch Strahlen auf Ra 8-12 µm verbessert werden.
Eignet sich Makro-Lasersintern für Ersatzteile älterer Fahrzeugmodelle?
Ja, Makro-Lasersintern ist ideal für Ersatzteilfertigung. Statt große Lagerbestände vorzuhalten, werden Teile bei Bedarf aus digitalen Daten gefertigt. Dies eliminiert Lagerhaltungskosten, ermöglicht Verfügbarkeit auch für ausgelaufene Modelle und reduziert Lieferzeiten auf 3-5 Werktage. Es gibt keine Mindestbestellmengen – auch einzelne Ersatzteile sind wirtschaftlich darstellbar.